Aktion „Weg mit dem Dreck“ – Nachbarn räumen auf

Zusammenfassung

Die markante Autobahnüberbauung an der Schlangenbader Straße steht für außergewöhnliche Architektur – und leider auch für ein hartnäckiges Müllproblem.

Am Samstag, 1. November 2025, setzten engagierte Bewohner ein sichtbares Zeichen gegen die Vermüllung. Und sie machten dabei eine gute Figur: in knallorangenen BSR-Westen mit der Aufschrift „Kehrenbürger“. Von weitem sah die Truppe ein wenig aus wie ein spontaner Straßenbetrieb – nur mit deutlich mehr guter Laune.

Um 12 Uhr ging es los: Treffpunkt war die Passage an den Schaukästen. Handschuhe, Müllbeutel und Greifzangen stellte die Berliner Stadtreinigung. Nach getaner Arbeit wartete eine warme Suppe, gesponsert von der Degewo und gekocht von „Catering aus Leidenschaft“. Organisiert wurde die Aktion von „Nachbarn für Nachbarn“.

Dabei lief nicht alles nach Plan: Sämtliche Werbeplakate für die Aufräumaktion waren zuvor aus den Schaukästen der Hausaufgänge entfernt worden. Dennoch kamen rund 22 Mieter der „Schlange“ – und die machten sich hochmotiviert ans Werk.

„Wir wollten nicht alles blitzblank schrubben“, sagt Initiatorin Dr. Ursula Reh. „Wichtiger war uns, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Müll immer einfach fallen zu lassen – das geht doch nicht. Irgendwann stolpert ja jemand drüber. Notfalls wir.“

Kleine Flaschen, große Menge

In Büschen und Grünanlagen fanden sich vor allem viele leere Flachmänner, Verpackungen und Dosen. Der ungeschlagene Spitzenreiter jedoch: Zigarettenstummel – so zahlreich, dass
man fast glauben konnte, eine ganze Raucherlounge sei über die Jahre dorthin ausgewandert.

Am Ende waren über zwölf prall gefüllte Müllsäcke zusammengekommen. Der Platz wirkt nun deutlich aufgeräumter – und die Nachbarn fühlen sich ihrem Viertel ein Stück näher.

Suppe als Belohnung – und Ausblick auf mehr

Nach dem Sortieren, Sammeln und Staunen gab es heiße Suppe und Gespräche. Die orange Westen verschwanden – die gute Stimmung blieb. Viele wollen beim nächsten Mal wieder dabei sein.
Ein Video zur Aktion ist auf YouTube abrufbar: „Weg mit dem Dreck!“ Kamera: Bernd Friese und Thomas Lensky, Schnitt: Ursula Reh.

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